Relaunch geplant - Spiegel Online und Google News müssen sich warm anziehen

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Was wir machen

Mit dem Online-Magazin Pickings.de liefern wir unseren Lesern täglich eine kleine Anzahl beachtenswerter Artikel. Dabei veröffentlichen wir die Texte nicht selbst, sondern greifen auf frei zugängliche Online-Medien zurück. Das beginnt mit den großen überregionalen Tageszeitungen und endet bei unregelmäßig nur im Internet erscheinenden Publikationen.

Den wenigen täglichen Artikelempfehlungen geht eine ausgiebige Zeitungslektüre voraus. Dies soll der Untertitel "Presseschau" verdeutlichen. Verwechselt werden darf dies aber nicht mit einer klassischen Presseschau. Einen Überblick über die aktuellen Themen und Meinungsäußerungen des Tages liefern wir nicht.

Dafür gibt es auch einen Grund. Das intensive Lesen einer Tageszeitung kann demotivierend wirken. Zeitungen zeichnen das aktuelle Zeitgeschehen nach, die Muster dafür sind aber immer die gleichen. Natürlich wissen wir, dass unsere wenigen Artikel ein Zeitungsangebot nicht ersetzen können. Andererseits vertrauen wir darauf, dass wenige, gezielt ausgewählte, hochwertige Artikel mehr Informationsgehalt bieten - wenn sie denn gelesen werden - als jeder noch so gute Überblick.

"Je mehr Überblicke ich habe, desto mehr verschärft sich die Unübersichtlichkeit." Boris Groys (Prof. für Philosophie und Medientheorie)

Die Auswahl der Texte in unserer Presseschau bleibt eine völlig subjektive, die sich nach den Interessen des jeweiligen Autors richtet. Dabei besteht unser gemeinsamer Anspruch darin, dass es vor allem Texte von "Dichtern & Denkern" sein sollen, die das Lesevergnügen wecken und einen großen Informationsgehalt haben, wobei ein besonderes Augenmerk auf heiß diskutierten, wie auch auf vergessenen Themen liegt.

Unser philosophischer Anspruch orientiert sich an dem Pragmatismus Richard Rortys. Als "liberale Ironikerinnen" (Rorty) geht es uns nicht um die Wahrheit, sondern um die Vermeidung von Grausamkeit. Vielleicht tragen unsere Textempfehlungen etwas zu einer Steigerung der Empfindungsfähigkeit der Menschen untereinander bei.

Salon vs. Boulevard

Ein weiterer wichtiger Beweggrund besteht für uns darin, dass zunehmend Boulevardisierungstendenzen in den Medien zu beobachten sind. Es ist als öffneten sich die Salons dem Boulevard wie im Frühling die Cafes und Bars den Flaniermeilen der Großstädte. Man kann problemlos von drinnen nach draußen wechseln. Es ist sogar möglich, mit einem Bein im Salon und mit dem anderen auf dem Boulevard zu stehen.

Auf Titelseiten steht neben dem Leitartikel zur Stammzellendebatte (der Salon) der neuste Tratsch aus dem Dschungelcamp (der Boulevard). Auch wenn das für einige Zeitungen übertrieben ist, so sind diese Tendenzen im Kleinen unverkennbar. Einem Auftrag der Presse, die Willensbildung einer Gesellschaft durch Publikation öffentlicher Angelegenheiten überhaupt erst möglich zu machen, wird dies immer weniger gerecht.

Niemand kann gezwungen werden, irgendeinen Auftrag anzunehmen. Die Presse darf sich die ökonomisch sinnvollste Zielgruppe aussuchen, und die Bürger müssen nicht nach einer gesellschaftlich engagierten Presse nachfragen. Zweifellos gibt es aber sowohl diese Nachfrage, als auch die brillanten Texte zur politischen und kulturellen Entwicklung im Land.

Pickings.de wurde aus der Idee heraus geboren, die vorhandenen Höhepunkte der Qualitätspresse aus dem seichten Meer des Alltagsjournalismus herauszusuchen. Mit unseren Empfehlungen wollen wir unseren Lesern die Möglichkeit geben, sich eines breiten Meinungsspektrums bewusst zu werden und sich von der Bedeutung an den Rand gedrängter Themen überraschen zu lassen.

Der spontane Besuch eines Internetsurfers, welcher bekanntlich in den meisten Fällen nur wenige Sekunden dauert, ist nicht geeignet, den Gast von unserem Inhalt zu überzeugen. Eine Empfehlung wird nur dann beachtet, wenn ein Mindestmaß an Vertrauen zu ihrer Quelle vorhanden ist. Ein wirtschaftlich potenter Verlag wird sich zunächst ein Grundvertrauen durch Werbung und Marketing kaufen. Dieser Weg steht einem ehrenamtlich betriebenem Medienprojekt nicht offen. Folglich kann unsere Seite nur langsam wachsen - auch wenn uns dies manchmal den Eindruck vermittelt, auf der Stelle zu treten.

(Juli 2004)



Verstärkung gesucht

Die Arbeit wächst uns über den Kopf. Wir brauchen Verstärkung - ehrenamtlich.

Wenn Sie Lust haben, interessante Artikel in unserer Presseschau zu empfehlen, melden Sie sich bitte bei uns. Kontaktadressen finden sich im Impressum.

Die empfohlenen Texte sollen Texte von "Dichtern & Denkern" sein, die das Lesevergnügen wecken und dabei einen großen Anteil an Informationsgehalt haben. Oft sind sie im Feuilleton zu finden.


Interview mit Robert & Daniel von Pickings.de

Wir haben Robert Herbig von sagmal.de ein Interview gegeben und plaudern darin über die Entstehung der Pressschau, über Meinungsmacher und andere Diebe.


Journalisten lehnen einen Krieg gegen den Irak ab.

Unmittelbar nach Kriegsbeginn (03/2003) dokumentierten Journalisten auf ihren Webseiten die Ablehnung des Krieges auf ganz individuelle Weise.

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